19. September 2018

Voller Angriff beim MANN-FILTER Team HTP

Beim großen Showdown des ADAC GT Masters 2018 in Hockenheim geht es für das MANN-FILTER Team HTP gleich um zwei Meistertitel.

Kopf hoch, Mund abwischen, Kräfte sammeln, mit voller Konzentration neu angreifen – so lautete das Motto für das MANN-FILTER Team HTP nach dem enttäuschenden vorletzten Rennwochenende des ADAC GT Masters 2018 auf dem Sachsenring. Zwei unverschuldete Kollisionen hatten Maximilian Götz (32, Uffenheim) und Markus Pommer (27, Neckarsulm) im Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 47 auf der Berg- und Talbahn bei Hohenstein-Ernstthal eine Nullnummer und damit den Verlust der Gesamtführung in der „Liga der Supersportwagen“ beschert.

„Da hilft nur eines: einen Haken dahinter machen“, sagt Markus Pommer. „Beide Kollisionen entstanden aus Rennsituationen, wie sie eben vorkommen können. Hat man Glück, kommt man ungeschoren davon, hat man Pech, knallt’s halt. Natürlich waren die beiden Nuller und der Verlust der Tabellenspitze enttäuschend. Auf der anderen Seite liegen wir nur vier Punkte zurück, und beim Finale sind noch 50 Punkte zu vergeben. Um die wollen und werden wir kämpfen. Zusammenzählen können wir dann am Sonntagabend. Verloren ist noch gar nichts.“

Grund zum Grübeln gab dem Schwaben etwas anderes: „In diesem großen Teilnehmerfeld von rund 35 Fahrzeugen ist es unheimlich schwierig, im Qualifikationstraining eine freie Runde zu erwischen. Dieses Traffic Management habe ich auf dem Sachsenring nicht gut hinbekommen, woraus nur der 13. Startplatz resultierte. Wenn man sich anschaut, dass ich meine Bestzeit in der elften Runde gefahren bin, als die Reifen schon ziemlich abgefahren waren, und mir trotzdem nur drei Zehntel auf die Pole Position gefehlt haben, dann kann man hochrechnen, wo ich hätte stehen können – nämlich ganz vorne.“

Auch wenn die Streckencharakteristik dem Mercedes-AMG GT3 auf den ersten Blick nicht auf den Leib geschneidert zu sein scheint, sieht Pommer für sein Heimrennen – seine Anreise nach Hockenheim beträgt nur rund 60 Kilometer – durchaus gute Aussichten für sich und seine Teamkollegen: „Der verglichen mit dem Vorjahr kleinere Luftmengenbegrenzer ist der Höchstgeschwindigkeit natürlich nicht zuträglich. Und der Hockenheimring weist einen hohen Vollgasanteil auf. Andererseits ist unser Mercedes-AMG GT3 dank seines hohen Abtriebs sehr gut beim Anbremsen und im kurvenreichen Motodrom, und dank des bärigen Drehmoments des 6,2-Liter-V8 kommen wir auch gut aus den Ecken heraus. Wir werden sehen. Auch die anderen müssen einen perfekten Job machen, wenn sie Meister werden wollen. Nach den Ereignissen vom Sachsenring haben wir eben nun nicht die Möglichkeit, einen Vorsprung zu verwalten, sondern müssen mehr Risiko gehen und voll attackieren. Und das werden wir auch tun.“

Auch Maximilian Buhk (25, Hamburg) und Indy Dontje (25, Alkmaar/NL) zählen in der „MANN-FILTER-Mamba“ mit der Startnummer 48 zu den insgesamt 15 Piloten im Feld, die noch mathematische Titelchancen besitzen. Allerdings sind diese angesichts von 40 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze eher theoretischer Natur. „An den Fahrertitel verschwende ich keinen Gedanken. Wir versuchen, zwei saubere Rennen hinzulegen, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen, dann sehen wir weiter. Und auch wenn es bei uns keine Stallorder gibt, ist natürlich klar, dass wir unseren Teamkollegen helfen werden, sofern das mit fairen Mitteln möglich ist. Außerdem geht es ja auch noch um die Teamwertung, die wir unbedingt für das MANN-FILTER Team HTP einfahren wollen“, sagt Maxi Buhk.

In der Teamwertung nimmt die Mannschaft aus Altendiez in Rheinland-Pfalz 34 Punkte Vorsprung auf die Zweitplatzierten von Precote Herberth Motorsport mit ins große Finale. „Natürlich möchten wir gerne beide Meistertitel ergattern. Aber ständig daran zu denken, wäre ein Fehler“, sagt HTP-Teamchef Norbert Brückner. „Im Gegenteil: Wir dürfen uns nicht verrückt machen und müssen Hockenheim angehen wie jedes Rennwochenende auch – voll fokussiert und motiviert. Auch die Frage, wer auf dieser Strecke wie und warum im Vorteil sein müsste, ist irrelevant. Die anderen brauchen die Punkte so nötig wie wir. Auch sie müssen die Punkte erst einfahren.“

Im dritten von HTP Motorsport betreuten Mercedes-AMG GT3, dem unter der Bewerbung von AutoArenA Motorsport laufenden Rennwagen mit der Startnummer 84, peilen Patrick Assenheimer (26, Heilbronn) und der Österreicher Dominik Baumann (25, Hall) nach ebenfalls enttäuschenden Rennverläufen auf dem Sachsenring wieder die Spitzenpositionen an.

SPORT1 überträgt die beiden Ein-Stunden-Rennen mit Pflichtboxenstopp (Start am Samstag erneut erst um 15.00 Uhr und am Sonntag um 13.05 Uhr) wie immer live.