6. August 2019

Nichts für schwache Nerven: Regenschlacht bei den 24 Stunden von Spa

Nach ereignis- und vor allem regenreichen 24 Stunden reichte bei den 71. TOTAL 24 Hours of Spa für Maximilian Götz, Maximilian Buhk und Lucas Auer im gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 nur für den zehnten Gesamtrang. Ein nicht ganz zufriedenstellendes Ergebnis für das Mercedes-AMG Team GruppeM Racing, nachdem man über weite Phasen des Rennens um die Podestplätze mitkämpfen konnte. Dass es am Ende auf dem Circuit de Spa-Franchorchamps nicht ganz zum Sprung aufs Treppchen reichte, war einem äußerst turbulenten Rennverlauf geschuldet, der nicht zuletzt mit einer sechsstündigen Rennunterbrechung aufgrund monsunartiger Regenfälle einherging.

Dennoch reichte das Ergebnis für die beiden Maxis, um ihre Tabellenführung in der Fahrerwertung der Intercontinental GT Challenge Powered by Pirelli zu verteidigen. Und die Motorsportfans können sich mit Sicherheit nicht über mangelnde Rennaction beklagen: Als wäre ein Feld aus 72 exzellent besetzten GT3-Rennwagen von elf verschiedenen Herstellern auf einer der schönsten und herausforderndsten Rennstrecken der Welt noch nicht spektakulär genug, entwickelte sich die 71. Auflage des zweitältesten Automobil-Langstreckenrennens der Welt zu einer echten Regenschlacht – und dies nach zwei sonnendurchfluteten Trainingstagen und einer unklaren Wettervorhersage, was die Wahl der richtigen Rennabstimmung zur Lotterie machte. Übrigens auch für das Mercedes-AMG Team GruppeM Racing: „Wir haben uns leider mit dem Luftdruck der Regenreifen vertan“, schilderte Startfahrer Maximilian Götz. Daher fiel der von Position 9 aus ins Rennen gestartete gelbe-grüne Mercedes-AMG GT3 auf nasser Piste erst einmal Position um Position zurück.

Die nicht ganz risikoarme Entscheidung auf abtrocknender Bahn den ersten Routinestopp vorzuziehen und als eines der ersten Autos profillose Slickreifen aufziehen zu lassen erwies sich in der Folge aber als goldrichtig und brachte die MANN-FILTER Mamba wieder in die Top-5 zurück.

Dort konnte sie sich trotz teils starker Regenschauer und zahlloser Zwischenfälle auch erst einmal festbeißen. Ein etwas unglücklicher Boxenstopp kurz vor Rennabbruch warf den GruppeM-Mercedes jedoch schließlich aus den Top-10 und auch aus der Führungsrunde.

Dann geschah es: Als die Nacht schon überstanden schien, öffnete Petrus schließlich alle Schleusen und der Regen wurde so stark, dass der Rennleitung keine Wahl blieb, als das Rennen kurz vor 6 Uhr morgens mit der Roten Flagge zu unterbrechen. „Absolut richtig“, betonte Maxi Buhk. „Teilweise konnte man nur noch mit Tempo 80 herumrollen, die Sicht in der stehenden Gischt auf der Strecke war gleich null. Wirklich schade, dass uns der Regen da einen Strich durch die Rechnung gemacht hat – im Trockenen hatten wir eines der schnellsten Autos im gesamten Teilnehmerfeld.“

Erst um 11:30 Uhr konnte das Rennen fünf Stunden vor der Zielflagge wieder freigegeben werden. Bis ins Ziel gab das Team dann noch einmal alles, rundete sich wieder zurück und brachte die MANN-FILTER Mamba am Ende auf dem zehnten Schlussrang ins Ziel. Trotz der Verteidigung Führung in der IGTC-Fahrerwertung sei es ein Ergebnis „mit etwas gemischten Gefühlen“, so Jörg Engels, Director Brand Management Automotive Aftermarket bei MANN+HUMMEL. „Ich bin sicher, dass Team, Fahrer und Fahrzeug das Potenzial gehabt hätten, um die Podestplätze mitzufahren. Immerhin lagen wir ja fast die ganze Nacht über auf P2 und P3. Aber klar ist eben auch, dass in solch einem Weltklassefeld absolut nichts passieren darf. Kleinere Zwischenfälle sind kaum wieder wettzumachen.“

Doch nun richtet sich der Blick auch schon wieder nach vorne – der vierte und vorletzte Lauf der Intercontinental GT Challenge 2019 steht bereits am 25. August mit dem 10-Stunden-Rennen im japanischen Suzuka auf dem Programm. Die MANN-FILTER Mamba ist aber schon früher wieder auf der Rennstrecke unterwegs: Am 10./11. August dürft ihr euch auf den siebten und achten Wertungslauf des ADAC GT Masters im niederländischen Zandvoort freuen.