9. September 2018

Großer Kampfgeist im MANN-FILTER Team HTP

Zu den Opfern des chaotischen zweiten Laufs zum ADAC GT Masters auf dem Sachsenring zählten auch Max Götz und Markus Pommer.

Das MANN-FILTER Team HTP hat im Sonntags-Rennen des sechsten Meetings des ADAC GT Masters 2018 auf dem Sachsenring eine bittere Pille schlucken müssen. Trotz einer glänzenden Ausgangslage mit Startposition 2 mussten Maximilian Götz (32, Uffenheim) und Markus Pommer (27, Neckarsulm) die Tabellenspitze abgeben. Grund war eine unglückliche Kollision mit zwei anderen Fahrzeugen in der ersten Kurve nach dem Start, bei welcher der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 47 einen Reifenschaden rechts hinten davontrug.

Weil das Rennen wegen mehrerer Zwischenfälle mit der Roten Flagge unterbrochen werden musste, nutzte Götz die Chance, die havarierte „MANN-FILTER-Mamba“ zurück auf Start und Ziel zu schleppen, wo das Teilnehmerfeld Reglement-gemäß angehalten worden war. Der HTP-Crew gelang das Kunststück, den beschädigten Boliden in den knapp 30 Minuten bis zum Neustart notdürftig zu reparieren, sodass der Franke das Rennen wieder aufnehmen konnte. Vom 32. Platz aus kämpften sich der Champion von 2012 und Kollege Pommer bis ins Ziel bravourös bis auf den 16. Schlussrang nach vorne, die Aufstockung ihres Punktekontos war so aber natürlich nicht mehr möglich.

Im Zwischenklassement liegen Götz/Pommer vor dem Finalwochenende der „Liga der Supersportwagen“ am 22./23. September in Hockenheim nun drei Zähler hinter dem Porsche-Duo Renauer/Jaminet. „Natürlich war es unser Ziel, die Führung vor dem Finale nach Möglichkeit auszubauen, weil der Hockenheimring auf Grund seiner Charakteristik eher nicht zu unseren bevorzugten Strecken gehört. Aber noch ist alles möglich. Wir werden beim Finale bereit sein und kämpfen bis zum Schluss“, verspricht Götz.

Unterdessen fuhren Maximilian Buhk (25, Hamburg) und Indy Dontje (25, Alkmaar/NL) im Schwesterauto mit der 48 über weite Strecken auf Podestkurs, hatten dann aber Pech beim Timing ihres Pflichtboxenstopps. Kurz nachdem die Mamba wieder auf die Strecke gefahren war, rief ein weiterer Zwischenfall erneut das Safety Car auf den Plan, sodass einige Konkurrenten ihren 70-sekündigen Pflichtstopp unter Gelb absolvieren konnten und so teilweise eine volle Runde gewannen. Bis auf den neunten Platz zurückgefallen, machte Dontje bis ins Ziel noch drei Positionen gut. „Auch unser Auto hatte einiges abbekommen. Für meinen Geschmack wurde heute deutlich zu hart gefahren. Und natürlich hatten wir richtig Pech mit dem Timing unseres Pflichtstopps“, so der Niederländer. Zu allem Überfluss sprach die Rennleitung am Abend noch eine Rückversetzung um zehn Positionen aus, weil Dontje die weiße Linie an der Boxenausfahrt gekreuzt habe.

In der Teamwertung büßte das MANN-FILTER Team HTP damit insgesamt 12 Punkte ein. Dennoch ist die Ausgangslage vor dem Finale angesichts von 32 Zählern Vorsprung auf die nächsten Verfolger vom Team Precote Herberth Motorsport durchaus vielversprechend.

Viel Pech hatten auch Maro Engel (33, Monaco) und Patrick Assenheimer (26, Heilbronn) im Mercedes-AMG GT3 von AutoArenA Motorsport. Nach starkem Qualifying von Engel von Startplatz 7 losgefahren und bereits auf den fünften Rang vorgestoßen, geriet Assenheimer direkt nach dem Fahrerwechsel mit einem Gegner aneinander und drehte sich. Bis ins Ziel arbeitete sich der Schwabe zwar wieder bis auf den 14. Rang nach vorne, die über weite Strecken greifbar nahen Punkte waren aber außer Reichweite.

„Was für ein Rennen“, seufzte HTP-Teamchef Norbert Brückner. „Immerhin haben wir in der Teamwertung vor dem Finale gute Karten, auch in der Fahrerwertung ist noch alles drin. Wir werden in Hockenheim wie immer alles geben, und dann sehen wir weiter. Mir wäre es anders zwar lieber, aber für die Motorsport-Fans könnte die Ausgangslage beim Finale kaum spannender sein!“

Wegen einer schwebenden Berufung nach dem Samstags-Rennen auf dem Sachsenring hat das Zwischenklassement des ADAC GT Masters nach wie vor provisorischen Charakter.