27. April 2019

Erste Punkte für das MANN-FILTER Team HTP

Rang 9 für die Mercedes-Piloten Götz/Dontje beim Auftakt zum ADAC GT Masters 2019 in Oschersleben. Pech für die Junioren Vettel/Ellis.

Mit einer starken Mannschaftsleistung hat ein schwieriges erstes Rennen zum ADAC GT Masters 2019 in Oschersleben für das MANN-FILTER Team HTP einen versöhnlichen Abschluss genommen. Vom 23. Startplatz aus kämpften sich Maximilian Götz (33, Uffenheim) und Indy Dontje (26, Niederlande) im Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 47 im Verlaufe des Ein-Stunden-Rennens bis auf den neunten Schlussrang nach vorne und verbuchten damit die ersten Meisterschaftspunkte des Jahres. Dagegen fielen ihre Teamkollegen Philip Ellis (26, Schweiz) und Fabian Vettel (20, Heppenheim) in der „MANN-FILTER Mamba“ mit der 48 durch eine Durchfahrtsstrafe weit zurück und belegten am Ende einen enttäuschenden 26. Rang.

Bereits das Qualifying hatte für die amtierenden Teamchampions aus Altendiez einen herben Rückschlag bereitgehalten. Um von der immer schneller werdenden Rennstrecke profitieren zu können, hatte die Teamleitung entschieden, beide Fahrzeuge erst vergleichsweise spät auf Zeitenjagd zu schicken. Prompt wurden die letzte Trainings-Viertelstunde von insgesamt drei Roten Flaggen unterbrochen, sodass beide gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 keine schnelle Runde auf perfekt angefahrenen Reifen mehr drehen konnten. Das Resultat waren die Startpositionen 20 (Ellis) und 23 (Dontje).

Die erste Hälfte des Rennens auf der überholfeindlichen 3,6-Kilometer-Strecke in der Magdeburger Börde war geprägt von ausgeprägtem Kolonnenfahren ohne größere Positionsverschiebungen. Erst die vorgeschriebenen Pflichtboxenstopps mit Fahrerwechsel brachten Bewegung in die Partie. Allerdings im Falle der HTP-Junioren in negativer Hinsicht: Weil Vettel nach der Übernahme des Fahrzeugs von Ellis die Boxenausfahrt zwei Zehntelsekunden vor Ablauf der Mindestboxenstoppzeit von 65 Sekunden passierte, verhängte die Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe gegen die „Mamba“ mit der 48. Im dichtgedrängten Feld bedeutete diese den Absturz ans Ende des D-Zugs, mehr als Rang 26 war am Ende nicht mehr drin.

„Ich ärgere mich sehr über meinen Fehler“, gestand Vettel. „Natürlich geht in diesem engen Feld jeder bei der Boxenstoppzeit ans Limit. Dennoch hätte ich beim Rausfahren etwas weniger aggressiv sein sollen. Ansonsten bin ich mit meinem ersten Rennen im ADAC GT Masters ganz zufrieden. Es hat ein paar Runden gedauert, um auf den gebrauchten Reifen meinen Rhythmus zu finden, danach ging es aber ganz gut. Ich muss den Fehler nun abhaken und mich auf morgen vorbereiten, wo ich hoffentlich mit einem guten Qualifying die Basis für ein besseres Ergebnis legen kann.“

Unterdessen brannte Maximilian Götz nach dem Wechsel einmal mehr ein fahrerisches Feuerwerk ab. Mit den schnellsten Rundenzeiten im Feld machte der Franke deutlich Boden auf die Spitzengruppe gut und hatte bereits zwei Positionen gewonnen, als einsetzender Regen rund acht Minuten vor Rennende das Pendel nochmals zu Gunsten des Routiniers ausschlagen ließ. Während so mancher Kollege auf seinen Slicks neben der Piste landete, hielt Götz seinen Mercedes unbeirrt auf Kurs und fuhr am Ende auf einem starken neunten Rang ins Ziel.

„Schade, dass der Regen nach zwei Runden wieder aufgehört hat. Ich liebe diese Mischbedingungen, auch wenn sie an der Grenze waren“, freute sich der Champion des ADAC GT Masters 2012. „Insgesamt können wir zufrieden sein. Von 23 auf 9 vorzufahren, ist echte Schadensbegrenzung. Vor allem haben wir gesehen, dass wir voll konkurrenzfähig sind, wenn wir alles hinbekommen. Meine Rundenzeiten waren schnell und konstant. Wenn mir morgen früh ein gutes Quali gelingt, ist auch auf dieser Strecke einiges drin.“

Teamchef Norbert Brückner sah den ersten Renntag des ADAC GT Masters 2019 pragmatisch: „Wir haben mit unserem Timing im Qualifying gepokert und sind auf die Nase gefallen. Mit drei Roten Flaggen in der zweiten Trainingshälfte hat eben keiner gerechnet. Gleiches gilt für die Strafe gegen die 48. Wer am Limit operiert, läuft Gefahr, dass es mal schiefgeht. Wenn man dann aber von so weit hinten so weit nach vorne fährt, beweist man das Potenzial für Topplatzierungen. Darauf werden wir nun aufbauen und versuchen, es morgen besser zu machen.“

Das zweite Rennen der „Liga der Supersportwagen“ wird am Sonntag um 13.05 Uhr gestartet. Der Sportsender SPORT1 überträgt wie gewohnt live.